Die Porticella

Eines der ursprünglich zwei Tore, die auf den ‚Piazza della Rocca’ führen – das andere befand sich dort, wo heute unterhalb der Brücke der Burg die Treppen hinaufgehen. Die ‚Porticella’ umrahmt mit ihrem Bogen ein Bild von besonderer Schönheit: der unterhalb liegende See, die geschwungene Linie des Küstenstreifens und im Hintergrund der Hügel Bisenzo. Ein idealer Start für einen Rundgang durch das Dorf, einen kurzen Aufenthalt vor der ‚Porticella’ sollten Sie nicht auslassen.

Der Palazzo Borghese now housing the Council Offices

Entstanden aus dem Gebäude, das einst der Familie Principe Marcantonio Borghese als Sommerwohnsitz diente, war der Palazzo bis zum Ende des letzten Jahrhundert die örtliche Grundschule, bis er schließlich der Sitz der kommunalen Verwaltung wurde. Von dem Sitzungssaal hat man einen außergewöhnlichen Rundblick auf das Seepanorama, der Saal wird deshalb gerne von jungen Paaren für ihre standesamtliche Trauung genutzt.

Die Kirche S. Maria Assunta

Erbaut auf dem Hügel Capodimontes, in unmittelbarer Nähe zur ‚Rocca Farnese’, befindet sich die Kirche ‚S. Maria Assunta’ in bezaubernder Position mit Blick auf den See und seine Inseln. Sie ist mit wunderbarer Stuckarbeit und einem Bogen ornamentiert, der, so wie es die die mündliche Überlieferung berichtet, von dem Architekten Vignola entworfen wurde in der Zeit, als er die Kirche auf der Insel Bisentina, vollendet von Garzoni, plante. Im Innern befindet sich eine Himmelfahrt Mariens und eine Gnadenmadonna, der Schule des neapolitanischen Malers Sebastiano Conca (1680-1764) zugeschrieben. Besonders der Gnadenmadonna zugetan, erinnern sich die Capodimontaner, wie die Leinwand in die Stadt gebracht und mit einem großen Fest empfangen wurde: Rosenblätter wurden bei ihrer Ankunft auf die Wege gestreut, Beginn der Tradition der Infiorata, der Blütenprozession. Noch heute wird jedes Jahr am zweiten Sonntag nach Ostern die Gnadenmadonna in der Kirche für eine Woche aufgestellt, um danach in einem Umzug durch die Straßen des Dorfes über einen mit Farben und Blumen geschmückten Parcours getragen zu werden – in Erinnerung an das Ereignis der Ankunft der Ikone. Die große Zuneigung zu diesem Bildnis zeigt sich auch in dem Ritual, das das Bild nur für die kurze Zeit nach Ostern den Gläubigen sichtbar macht und es für den Rest des Jahres verborgen der ‚eifersüchtigen Bewachung’ übergibt. Es wurde vom Kardinal Marcantonio Barbarigo von Montefiascone gestiftet zu Ehren des Ordens der ‚Maestre Pie Filippine’, die im Jahr 1694 die erste religiöse Schule im Dorf gründeten

Die Schlossburg La Rocca

Die majestätische, oktogonale Schlossburg ‚La Rocca Farnese’ erhebt sich auf dem Felsen der vulkanischen Halbinsel Capodimontes und dominiert diesen Ort in seiner Erhabenheit und Schönheit. Die ersten Quellen zu ihrem Ursprung berichten von einem militärischen Gebäude, ein Vorposten unter Kontrolle der Barone von Bisenzo, Zweig der Familie Aldobrandeschi von Sovana. Mit dem Aufstieg der Familie Farnese, die aus der unmittelbaren Umgebung stammt, ändert sich ihre Geschichte – die ‚Rocca’ wandelt sich zu einem repräsentativen Ort, an dem sich der Hochadel trifft. Die Schönheit Capodimontes, der ‚Rocca’ und der Insel Bisentina wird Kulisse für Freundschaften, Intrigen und Liebschaften des römischen Hoflebens. So hinterlässt uns Giovanni Gobelino, Sekretär des Papstes Pius II Piccolomini, folgende Beschreibung anlässlich des päpstlichen Besuches im Jahr 1462: „Ein Schloss in anmutiger Umgebung, auf drei Seiten liegt der See und zum Festland hin ist es geschützt durch einen Graben und einer ausreichend wehrhaften Burganlage. Wenig entfernt erhebt sich über den Wellenkämmen ein Felsvorsprung, dessen Seiten mit Weinstöcken und Steineichen bedeckt sind. Liebliche Heimstatt der Vögel und wenn nicht Treppen in ihre Felsmassen geschlagen wären, würde sich kein Weg dem bieten, der zu Fuß hinabsteigen wollte. Oberhalb jedoch liegt ein schönes Plateau, von einer Mauer umgeben, die die Häuser der Siedler und die Pferdeställe der Herren umschließt. Vom Felsvorsprung führt eine Allee hinab, die sich auf eine Meile am Seeufer ausdehnt, flankiert von höchsten Pappeln. Sie bieten dem Spaziergänger im Sommer überaus köstlichen Schatten und Ruhe.“ Das, was einst eine Festung war, wird im 5. und 6. Jh. immer mehr fürstlicher Wohnsitz, dank des bedeutenden Architekten Antonio da Sangallo, getreuer Erfüller der Gestaltungsträume der Familie Farnese. In Erinnerung blieb das grandiose Fest im Jahr 1493, das zelebriert wurde anlässlich der Ernennung Alessandro Farneses zum Kardinal. Zu diesem Ereignis bewegte sich der Papst Alexander VI, der Borgia Papst, und sein gesamter Hofstaat nach Capodimonte, was die Erzählungen und Legenden des Dorfes für Jahrhunderte inspirierte. Als dann 1534 Alexander Farnese selbst unter dem Namen Paul III Papst wurde, erlebte die ‚Rocca Farnese’ ihre glanzvollsten Zeiten, und verwandelte sich in Verbindung mit der Gründung des Herzogtums Castro (1537) in einen bedeutenden, repräsentativen Wohnsitz innerhalb des Herzogtums. Als im Jahr 1649 der Papst Innozenz X die Hauptstadt des Herzogtums schleifen ließ, das auf diese Weise zum ‚Karthago der Maremma’ wurde, wurden die Ruinen Castros schicksalhaft für das gesamte Territorium, für die Familie Farnese und auch für die ‚Rocca’, die damit langsam in den Schatten der Geschichte geriet. In der Tat, mit der folgenden Erwerb des Gebietes Capodimontes und der ‚Rocca’ durch den Kirchenstaat verschwinden diese Orte für immer aus Chroniken des mondänen Lebens. Heute befindet sich die ‚Rocca’ in Privatbesitz und die Besichtigung auf Nachfrage, von uns sehr empfohlen, öffnet dem Besucher einen Teil des Gebäudes und seines ihn umgebenden italienischen Garten, bestehend aus exotischen Pflanzen, im 19. Jh. gepflanzt, einer beeindruckenden Magnolie, einer hohen Palme, einer japanischen Weide, Oleanderbäumen und vielen mediterranen Pflanzen.

Die Kirche San Carlo

Unterhalb des Palastes der Farnese gelegen wurde die Kirche ‚San Carlo’, in ihrer Gründung, zurückgehend auf die Zeit des Herzogtums von Castro, gestiftet vom Herzog Odoardo Farnese (1616), in jüngster Zeit restauriert. Sie wurde mit Mitteln der Kommune und mit entschiedener Mithilfe der Farnese errichtet: bei der Grundsteinlegung wurden verschiedene Medaillen des Kardinals Alessandro eingemauert. Von Beginn an diente die Kirche verschiedenen Bruderschaften als Gründungsort. Von den fünf Altären, die die Kirche beherbergt, ist der größte dem bevorzugten Heiligen der Familie Farnese, San Carlo, nach dem die Kirche benannt wurde, gewidmet.

Die unterseeische Krippe

Unterhalb der Gärten (Giardinetti), auf dem Grunde des Sees, wenige Meter unter der Wasseroberfläche, kann man die unterseeische Krippe bewundern. An schönen Tagen bei Windstille gut erkennbar wurde die Anlage kürzlich restauriert, wobei oberhalb eine Aussichtsplattform in Terrassenform errichtet wurde, die einen außergewöhnlichen Panoramablick über den See erlaubt. Das historische Zentrum Martas, die Hügelkette, die den Bolsena See umkränzt, die Silhouette Montefiascones mit der beeindruckenden Burg und die östliche Ausdehnung des Sees, die alles zu vereinigen scheint – all dies ist von diesem Aussichtspunkt zu erkennen, ein weiteres, nicht zu verpassendes Ziel beim Rundgang durchs Dorf. Besonders beeindruckend ist der Besuch dieser Stelle zur Weihnachtszeit, wenn die Krippe von einem immensen unterseeischen Kometen illuminiert ist, und so in dem klaren Wasser ein einzigartiges nächtliches Schauspiel bietet.

Die Mergonara

Ausgehend vom ‚Piazza Umberto’, über eine alte, steinerne Rampe und einen kurzen Weg durchs Grüne erreicht man die ‚Mergonara’ mit ihrem kleinem Strand und den vorgelagerten Inselklippen, von den Einheimischen ‚Monte Cuculo’ (Kuckucksberg) genannt. Zwischen 1500 und 1600 lag dort der kleine Familienhafen der Farnese, der von der oberhalb liegenden Burg direkt erreicht werden konnte. Päpste, Kardinäle, adelige Damen und Herren der römischen Höfe, die VIPs ihrer Epoche, stiegen diese Wege hinab, um zu den hübschen Hafenanlagen zu gelangen und von dort ihre Boots-Ausflüge zu starten. Wenig ist verändert seit dieser Zeit, das klare Wasser und die pittoresken Perspektiven locken auch heute noch Touristen an diesen Ort.

Die Pontanata

Die tiefen Wasser und hoch aufragenden Felsen waren Ziel der Jugendlichen des Dorfes für ihre mehr oder weniger akrobatischen Sprünge ins Wasser. Sie galten als Mutproben für die Jungen, die später militärische Karriere machten oder zur Marine gingen. Heutzutage kann diese Stelle ausgehend vom historischen Zentrum mit etwas Mühe und Vorsicht durch die Natur belassenen Gartenanlagen erreicht werden.

Der Hafen

Der Touristenhafen, perfekt ausgerüstet mit Bootsstegen und Anlegebereichen, besteht aus zwei Kaianlagen, die windgeschützt, idealen Platz für verschiedenste Bootstypen bieten. Für die Zuteilung von Liegeplätzen kann man sich direkt an die kommunale Verwaltung wenden. Vom Hauptkai ausgehend kann man unterschiedliche Seerundfahrten buchen, die zu den Inseln Martana und Bisentina fahren. Attraktive Rundreisen, die den See und Capodimonte aus einer anderen Perspektive sichtbar werden lassen.

Das Museum der Binnenschifffahrt

Capodimonte, was seine Lage und urbanistische Bebauung betrifft, ist wie ein großes Schiff entlang des Sees angelegt, und aufgrund seiner Geschichte und seinen Traditionen des ‚Lebens an den Ufern’ ist es ein idealer Ort für ein Museum der Binnenschifffahrt. Das Museum veranschaulicht die Umwelt- und Existenzbedingungen einer Zivilisation, die sich auf See- und Flussschifffahrt gründet. Es sind Modelle von Galeeren, Schleppnetzbooten, Feluken, Gleitbooten, Korbbooten und Ruderbooten ausgestellt – darüber hinaus ist im Museum zentral ein prähistorischer Einbaum zu besichtigen, der vor der Insel Bisentina geborgen wurde. Auf diese Weise, so könnte man sagen, hat ein Boot eines fernen Vorfahren in Capodimonte ‚angelegt’, um uns eine erstaunliche Geschichte aus der Vergangenheit zu erzählen…>

Die Cascina

Das beeindruckende Gebäude der Cascina, das zur Zeit restauratorischen Arbeiten unterzogen ist, ist zusammen mit dem Farnesepalast das älteste Bauwerk Capodimontes. In seinem Inneren befanden sich die Reitställe der Familie Farnese. Sein Name ‚Cascina’ geht auf norditalienische Ursprünge zurück, datierbar in die Epoche, als die Farnese ihren Herrschaftsbereich in die Grafschaften von Parma und Piacenza in der Ebene von Padana ausdehnten (1545). Es diente auch als Speicher für Getreide, Öl, Wein und verschiedene Lebensmittel wie Käse und Milchprodukte, die dann später in die nördlichen Grafschaften exportiert wurden. Wahrscheinlich existierte das große Speichergebäude schon vor der Grafschaft Castro als Landhaus, zugehörig zu einem der großen Landgüter (Pratino). Nach vielen Jahren völligen Leerstandes, der zu einem teilweisen Verfall geführt hatte, hat seit dem Jahre 2000 die Kommune von Capodimonte mit einer umfassenden und behutsamen Restaurierung begonnen, um es zum kulturellen Zentrum des Dorfes werden zu lassen. Bei Beendigung der Arbeiten werden in den Räumen der ‚Cascina’ Säle für Ausstellungen und Kongresse, eine Bar mit Internet-point und der neue Sitz der kommunalen Bibliothek ihren Heimstatt finden. Schon heute ist die ‚Cascina’ ein idealer Ort für Ausstellungen, Musik-, Theater- und andere Kulturveranstaltungen, für die sie ein eindrucksvolles Ambiente bildet.

Die Kirche San Rocco

Kürzlich auf der Frontfassade mit Fresken des Künstlers Martin Figura ausgestaltet, ist die Kirche dem heiligen Rochus, dem Patron Capodimontes, gewidmet. Besonders beeindruckend ist die Kirche für einige Wochen, wenn ihre Fassade illuminiert wird, in Erwartung des Festes des Heiligen am 15. und 16. August, der wichtigsten Feierlichkeit in Capodimonte. Eine suggestive religiöse Prozession und das berühmte Feuerwerk, das jedes Jahr tausende Schaulustige anzieht, charakterisieren dieses allseits beliebte Fest. Im Innern ist das verehrte Altarbild des Hl. Rochus zu sehen, Arbeit eines Künstlers des 19. JH, Luigi Cochetti, der für einige Zeit in Capodimonte und auf der Insel Bisentina lebte. Er realisierte noch weitere Malereien in Capodimonte, unter ihnen Fresken der vormaligen Herberge Etruria, deren Atrium heute zu einem Geschäft gehört, das sich um die Restaurierung und Erhaltung des Freskos kümmert.

Die Strandpromenade le Pioppe

Mit ihren 2 km Länge repräsentiert die Promenade, im Volksmund ‚le Pioppe’ (die Pappeln) genannt, den Ort des Vergnügens und der Entspannung in Capodimonte. Sie verläuft entlang des Strandes mit seinem schwarzen, vulkanischen Sand und den ausgedehnten Grünflächen und ist ein idealer Ort für das Badevergnügen oder für ein einfaches Sonnenbad. Während der Sommerzeit spielen sich hier die meisten kleineren Veranstaltungen, sportliche und musikalische Ereignisse, ab. Die Grünflächen sind durchzogen von breiten Gehwegen, die gerne für Spaziergänge und Radfahrten genutzt werde. Die vielen kleinen Kioske, Restaurants und Pizzerien entlang dieser Promenade komplettieren das Strandleben in lukullischer Hinsicht. Nicht zu vergessen die lange Reihe der beeindruckenden Platanen, gepflanzt in den 30er Jahren, die den Strand wie einen Rahmen einfassen.

Die alte Stadt Bisenzo und ihre Totenstädte

Der Felsvorsprung von Bisenzo befindet sich circa vier Kilometer westlich Capodimontes, ziemlich genau vor der Insel Bisentina, die diesem Ort ihren Namen verdankt. Ursprünglich mit Niederlassungen der Villanovakultur besiedelt, wird der Ort später das etruskische Visentum, das Plinius der Ältere als eine der wichtigsten Städte de mittleren Etrurien bezeichnet. Bisenzo hat seine Blütezeit in der Periode des 6. und 5. JH v. Chr. dank seiner hoch entwickelten Bronzebearbeitung – kleine Bronzefiguren aus Visentum waren im gesamten Mittelmeerraum bekannt und wurden als Votiv-Figuren genutzt. Es war auch die Zeit, in der die Stadt ein Zentrum des blühenden etruskischen Handels wurde, angebunden an die metallverarbeitende Toskana (Venturina, Massa Marittima, Populonia) mit dem Abbau eisenhaltiger Mineralien auf Elba, Grundlage für die Produktion von Waffen. Wir können uns heute nur mit Mühe vorstellen, wie das geschäftiges Hin und Her der Pirogen und Lastkähne den Hafen von Bisenzo, mit seiner Anlage nahe der Landspitze ‚Punta S. Bernadino’, prägte, mit dem Pendelverkehr zu der Anlegestelle unterhalb des heutigen S. Lorenzo Nuovo, von wo aus die Transporte über den Landweg zu den Niederlassungen in der Toskana führten. Nach der Eroberung der Römer verlor das etruskische Zentrum, schon geschwächt durch innere kriegerische Konflikte (298-280 v. Chr.), zunehmend an Bedeutung, wurde zur römischen Gemeinde Visentum und blieb so bestehen, wenn auch in eher zweitrangiger Position im wirtschaftlich-historischem Umfeld, bis zum Fall des Imperiums. In der darauffolgenden dunklen Periode des Mittelalters wurde Bisenzo und seine Einflusszone mehrfach von Invasoren wie den Sarazenen oder Langobarden überrannt und verlustreich geplündert, was eine lange Zeit des unaufhörlichen Niedergangs der Stadt zur Folge hatte. Im 14. Jh. gab es eine glücklichere Periode der wirtschaftlichen Aufschwungs, und die Gegend wurde zu einem Zentrum, genannt See-Tal (‚Val di Lago’), strategisch interessantes Gebiet im lang andauernden Territorialstreit zwischen den Kommunen Orvietos und den Besitzungen von S.Pietro in Tuscia, denen es schließlich im Jahr 1269 zugeschlagen wurde. In den darauffolgenden Jahrhunderten schwand die Bedeutung Bisenzos erneut, bis es schließlich von den Karten der Geschichte verschwand und sich dorthin verlagerte, wo sich jetzt Capodimonte befindet. Heute ist der Hügel von Bisenzo (Monte Bisenzio) ein bewaldeter Berg, auf dem sich die Natur ihre Räume zurückerobert hat mit ihrem dichten, üppigen Steineichenwald, der aufragt über der Seelandschaft mit ihren Inseln, der Halbinsel Capodimontes und den wunderbaren Feldern mit ihren Olivenhainen und Weiden. In unmittelbarer Nähe dehnt sich in westlicher Richtung eine malerische Bucht aus, im Volksmund ‚See der Bauern’ (il lago dei contadini) genannt, die sich über 1 km bis nach Gradoli erstreckt. Von dort aus erreicht man leicht über die Uferstraße die Kirche S. Magno, die weiter zu dem Weg der Briganten (sentiero die Briganti) führt, Zugang zum nördlichen Tuscien mit seinen Naturreservaten (Der Wald ‚Lamone’ und die Berge von ‚Rufeno’), seinen archäologischen Schauplätzen (die Totenstädte von Pianezze, Vulci, Castro und seine Einsiedeleien) und seinen gastronomischen Spezialitäten (Olivenöl von höchster Qualität, Hülsenfrüchte, Schafskäse, und seinen Weinen wie den Aleatico von Gradoli und den Est Est Est von Montefiascone). Die blühende Epoche der Etrusker ist heute noch an seinen zahlreichen Begräbnisstätten abzulesen, die ursprünglich nahe bei den Besiedlungen lagen und sich im Lauf der Zeit weiter ins Land ausgedehnt haben. Diese Grabstätten haben uns Schätze von großem archäologisch-historischem Wert hinterlassen. Besonders herauszuheben die Grabungen bei Bucacce und Olmo Bello: in letzterer wurde ein bronzener Streitwagen, datiert ins 7. JH v. Chr., dekoriert mit Reliefdarstellungen von Kriegern, Tieren, Jagdszenen, geborgen, der sich heute im Archäologischen Museum Villa Giulia in Rom befindet. Eine Kuriosität: es wurde bei den Grabungen auch eine goldene Hand-Prothese gefunden. Darüber hinaus gibt es zahlreiche christliche Katakomben, die eine kontinuierliche Besiedelung über die Zeiten hinweg belegen.Also worth noting in the area is a Christian catacomb of the IV to V centuries, evidence of a strong human presence over the different eras. 

Die Landspitze San Bernadino

Sie ist der Landstreifen des Territoriums Capodimontes, der sich zur Insel Bisentina ausrichtet, die von ihm nur 1 km entfernt liegt und es ist der Ort, von dem aus der Hl. Bernardino von Siena aufbrach, um seine Glaubensbrüder, die auf der Insel in einem von Ranuccio III gestifteten Kloster lebten, zu besuchen. In den gegenüberliegenden Gewässern, in einer Tiefe con ca. 2 Metern, finden sich Spuren einer Reihe von Öfen aus etruskischer Zeit, die zur Bronzeherstellung genutzt wurden. Im Bereich, der am nächsten am Monte Bisenzio liegt, sind Überreste des alten Hafen aus der Blütezeit der etruskischen Stadt sichtbar, und davor in westlicher Richtung wurde in 14 Metern Tiefe ein bronzezeitlicher Einbaum gefunden, ähnlich dem, der im Museum der Binnenschifffahrt präsentiert ist. Heute ist der gesamte Bereich entlang des Seeufers durch seinen Natur belassenen Bewuchs charakterisiert und dadurch einer der wichtigsten Abschnitte hinsichtlich der Ursprünglichkeit seiner Landschaftsform in der gesamten Seeumgebung. An diesem Ufer kann man sagen ‚hier fuhren einst die Etrusker zur See und heute fahren wir dort’ – und sehr wenig hat sich dort geändert. Um diese Gegend wirklich genießen zu können, empfehlen wir einen Besuch mit dem Boot – in Capodimonte gibt es entlang des Strandes verschiedene Bootverleiher. Besonders der Besuch mit dem Kanu erlaubt es, in aller Stille und Ruhe die historischen Geschehnisse in ihrer Lebendigkeit und ihrem Prunk wieder in der Phantasie auferstehen zu lassen.

Die Insel Bisentina

Die Insel Bisentina ist die grüne, bewachsene Insel, die zusammen mit der Insel Martana wie ein Juwel den Bolsena See schmückt. Ihr Territorium hat eine Geschichte, die, seit der Zeit der Etrusker, von ihrer landschaftlichen Beschaffenheit geprägt ist. Im Mittelalter war sie Schutzburg und Fluchtpunkt vor den barbarischen Invasionen und war zugleich berüchtigtes Gefängnis (la Malta in der Erinnerung Dantes). Während der Renaissance war ihre Nutzung als Wohnort und religiöses Zentrum geprägt von dem Einfluss Ranuccios III, dem eigentlichen Begründer der farnesischen Dynastie, der das Familiengrab seines Geschlechts dorthin verlegte, genannt ‚Fanum Farnesianum’, ein ‚heiliger Tempel’, dem alle Nachfolger ihre Referenz erstatten sollten. Im Jahr 1431 wurde auf Wunsch des Papstes Eugenio IV die Insel dem Orden der franziskanischen Minoriten überlassen. Ihnen wurde ein Kloster mit zugehöriger Kirche und im direkten Umkreis vier Oratorien, der Passion Jesu gewidmet, errichtet. Es entstand eine kleine ‚Terra Santa’ mit einer Fresko-Kreuzigungsdarstellung von Benozzo Gozzoli, einer kleinen Kirche, eingebettet in einen Olivenhain, dem Oratorium des Heiligen Franziskus und der Kapelle der Transfiguration auf dem höchsten Punkt des Monte Arbor. Mit dem Besuch des Papstes Pius II Piccolomini wurden es fünf Kapellen. Nach 1493 stieg ihre Zahl auf sieben. Der Kardinal Alessandro Farnese (so berichtet es uns Vasari) hatte den Architekten Antonio da Sangallo den Jüngeren beauftragt, zwei Kapellen zu errichten: eine in quadratischer Form am nördlichsten Punkt und eine mit achteckigem Grundriss am südlichen Ende. Dort finden wir die ‚Rocchina’, auch genannt ‚der kleine Tempel der Hl. Katerina’, Juwel der Baukunst Sangallos, Zeichen des Mäzenatentums seines Auftraggebers, des Renaissancemenschen Kardinal Alessandro, erzogen in der humanistischen Schule des Pomponio Leto – oktogonales Symbol der Reinigung und spirituellen Erneuerung. Am 24. Juni 1462 brachte Papst Pius II die Festlichkeiten zu Gedenken des Hl. Johannes des Täufers auf die Insel. Er war auf dem Schloss Farnese Gast von Gabrielfrancesco, dem ältesten Sohn Ranuccios, der zu seinen Ehren ein Wettkampf der Boote des Sees ausrichten ließ, ganz zur Begeisterung des Papstes. In seinen ‚Comentari’ hat der Papst aus Siena uns eine sehr lebendige und schöne Schilderung dieses Ereignisses hinterlassen. Mit seinem Besuch auf der Insel, im Zeichen tiefer Spiritualität, gewährte er allen Besuchern, die beseelt mit Glauben und dem Wunsch der Reue gekommen waren, einen Generalablass, eine Praxis, später von Paul III bestätigt, die mit dem Besuch der sieben Kapellen den Pilgergang der sieben Buße-Basiliken in Rom nachahmte. Ranuccio konnte sich damals noch nicht ausmalen welchen Erfolg sein Geschlecht im Verlauf der Geschichte haben sollte. Sein Enkel, der Papst, entwarf später seine Herrschaft mit der Gründung des Herzogtums Castro, in dem die Insel Bisentina, mit ihrer landschaftlichen Einzigartigkeit, sein Glanzstück werden sollte. Nicht einmal die darauf folgende Gründung der Herzogtümer von Parma und Piacenza, konnte die symbolische Wichtigkeit der Insel trüben – der namensgleiche Kardinal Alessandro Farnese, ließ auf der Insel einen anmutigen Kirchenbau mit großer Kuppel von Vignola errichten. Beachtlich auch der heilige und profane Garten, wo die Zeit verzaubert scheint, wo sich die landschaftlichen Werte, die historischen, die künstlerischen und spirituellen erhalten haben. Literatur zur Insel Bisentina: ‚“Isola Bisentina - Giardino - Tempio dei Farnese” von Alessandro Menghini und Felicita Menghini Di Biagio, erhältlich im Museum der Binnenschifffahrt.From the book "Isola Bisentina - Giardino - Tempio dei Farnese" by Alessandro Menghini and Felicita Menghini Di Biagio which is available, for those who wish to study the subject in greater depth, at the Museum of Navigation in Capodimonte.